DAS HAMBACHER FEST 1832

Hambacher Schloss Aus der napoleonischen Ära war mit dem "Code Napoleon", der Grundrechte und einige politische Freiheiten festschrieb, ein Hauch von demokratischen Verständnis durch das Land geweht. Die Pfälzer vermissten ihre vormals verbrieften Grundrechte unter der bayrischen Verwaltung. Die Wirtschaft wurde durch Steuern und Zölle stark gelähmt. Große Teile der Bevölkerung lebten, von Mißernten heimgesucht, zunehmend verarmt.
Im Dunstkreis der französischen Julirevolution von 1830, fanden in Südwestdeutschland zahlreiche Versammlungen statt, bei denen immer wieder liberale, freiheitliche Gedanken und Vorstellungen diskutiert wurden.

Um dieses regierungsfeindliche Gedankengut einzudämmen wurden die Rechte der pfälzer Bevölkerung immer weiter eingeschränkt und eine strenge Zensur eingeführt.
Aufgrund dieser Begebenheiten hatten die Pfälzer 1832 recht wenig Ansporn den anstehenden Jahrestag der bayrischen Verfassung von 1818 zu feiern. Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth, zwei Publizisten, von der Zensur geplagt, riefen statt dessen, kurzerhand zu einem "Volksfest" am 27. Mai 1832 auf dem Hambacher Schloß auf, da politische Kundgebungen verboten waren.
Annähernd 30.000 Menschen, Studenten, Bauern, Winzer, Handwerker, Bürger und Abgeordnete aus dem Umland und allen Teilen Deutschlands, sowie Abordnungen aus Polen und Frankreich folgten dem Deutschlands Wiedergeburt Aufruf und zogen mit schwarz rot goldenen Fahnen zum Hambacher Schloß hinauf.
Für diese Zeit, Frankfurt/Main hatte damals etwa 50.000 Einwohner, war dies ein außerordentlicher Erfolg, und eine logistische Herausforderung für die hambacher und umliegende Bevölkerung.

Wohl bekam nicht jeder etwas zu Essen oder einen Becher Wein, aber was viel wichtiger wahr, zuhören konnten sie, den zahlreichen Reden. Hauptredner waren Siebenpfeiffer und Wirth, welcher seine Rede mit folgendem Satz beendete: "Hoch, dreimal hoch das konförderierte republikanische Europa!"
Von Freiheit und Einheit war die Rede, vom Wegfall der Zollgrenzen, von Wohlfahrt für alle Bürger. Doch die zahlreichen Reden waren recht unterschiedlich, ebenso die Ansichten der Zuhörer und so konnte man sich in den nächsten Tagen nicht auf ein gemeinsames Programm einigen. Eine neue Verhaftungswelle war die Reaktion der Regierung. Die Farben Schwarz-Rot-Gold durften nicht mehr öffentlich getragen werden. Der Versuch mehr Freiheit zu erlangen verlief im Sande.


Heinrich Heine formulierte später:

"...während den Tagen des Hambacher Festes hätte mit einiger Aussicht guten Erfolges die allgemeine Umwälzung in Deutschland versucht werden können. Jene Hambacher Tage waren der letzte Termin, den die Göttin der Freyheit uns gewährte..."


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